Es ist schon ein wenig her, doch jetzt ist nach langer technischer Prüfung durch die örtlichen Eich- und Prüfämter klar, dass Steinhagen in Westfalen einen Weltrekordhalter hervorgebracht hat. Während der diesjährigen Müllsammelaktion fand die Gruppe der Mülltütensammler im hauseigenen Garten etwas, das große Konsequenzen haben sollte. Ursprünglich hat Sportartenerfinder Oliver "Olli" Hövelmann nur eine Möglichkeit gesucht, Wasser aus einem alten Autoreifen zu bekommen. Der jetzige Verbandsvorsitzende des Steinhagener Autoreifenweitwurf Verbandes (SAV) erinnert sich: "Ich weiß noch wie ich ohne technische Hilfsmittel die ersten Würfe über 1,5; später knapp 3 Parklücken machte." Aus einer Idee wurde eine Bewegung. Schnell darauf wurden die wegweisende Neuerungen geschaffen.

Leitender technischer Mitarbeiter des SAV Michel Kavermann erklärt: "Ein einfaches Seil wurde am Autoreifen befestigt und durch den Einsatz von Rotationsenergie und eines vergrößterten Bahnimpulses konnten enorme Verbesserungen festgestellt werden. Ein langes Problem bestand darin, dass der Reifen als solches zusätzlich am Ende des Seils rotierte, was zur Verschlechterung des Wirkungsgrades führte. Dem konnte entgegnet werden durch eine Zweipunktbefestigung. Unsere 2-Pkt-Systeme sind mittlerweile marktführend."

Der Vereinsvorstand beschloss daraufhin auch die Norm für die Messung eines Wurfes. Gemessen wird der Aufschlagpunkt des Reifens, der am nächsten an der Startlinie liegt. Als Maßeinheit gilt eine Steinhagener Parklücke.

WeltrekordSteinhagenNeu
Weltrekordhalter Simon Tönsing (rechts) sitzt auf dem besten Wurf überhaupt. Im Hintergrund steht Olli an der Abwurflinie

Am 09.03.2019, nur wenige Stunden nach dem offiziellen Start gelang Simon Tönsing, Sportdirektor des SAV und ehemaliger Sportmediziner, etwas bis dato nicht vorstellbares. Er beschreibt den Werdegang der Sportart aus seiner Sicht: "Die ersten Pioniere haben den Reifen noch so geworfen, nach Einführung des Seils wurden die ersten Taktiken, sich zu drehen oder den Reifen im passenden Winkel abzuwerfen auf ein neues Level gehoben. Erst unsere 2-Pkt-Systeme haben physische Tricks wie eine geeignete Schrittfolge oder einen passenden Abstand von der Wurflinie zugelassen. Danach war alles anders. Mittlerweile konnten sich spezielle Taktiken durchsetzen. Diese Art von Entwicklung haben alle großen Sportarten durchlebt. Beim Hochsprung bspw konnte man es am besten verfolgen." Weiter schwärmt er: "Es war ein unglaublicher Moment. Ich spürte beim ersten Anlaufschritt bereits, dass alles passte. Erst als der Linienrichter völlig aus dem Häuschen nach der Kreide schrie, da wusste ich erst, ich hab den Weltrekord gebrochen." Nach einem absolut perfekt durchgeführten Wurf erreichte er eine Weite von 4,2 Parklücken. Manche behaupteten bis dahin, dass eine derartige Leistung, das menschenmögliche übersteigen würde.

Das Ergebnis war vorläufig, es gab Zweifel, doch nun haben wir die offizielle technische Auswertung vorliegen. Verbandsvorsitzender Olli hat nun angekündigt, die Sportart attraktiver für junge Menschen zu gestalten und plant einen bundesweiten Wettbewerb. Die genaue Ausgestaltung bleibt vorerst geheim, um einen fairen Wettkampf gewährleisten zu können.