Die Osterkurse 2018

IMG 4104Es ist inzwischen schon einige Zeit vergangen, seit ich auf den Osterkursen war, jedoch sind die Nachwirkungen davon immer noch in meinem Alltag präsent. Selten habe ich so viel von einer Aktion bei den Pfadfindern mitgenommen. Selten hatte ich so viele Erkenntnisse, vor allem über mich selbst, in so kurzer Zeit. Insofern bin ich vielleicht ein wenig zu meinem eigenen Mittelpunkt vorgedrungen.

Aber zuerst sollte ich vielleicht erzählen, warum ich überhaupt auf den Kursen war und was es damit auf sich hat. Und zwar sind die Osterkurse der zentrale Termin in unserem Bund für die Grundausbildung zum Jugendleiter. Die Ebenen, auf denen sich die Ausbildung bewegt, von Sippenführer und Balu bis Trainer und Projektplaner, werden von verschiedenfarbigen Knotenschildern repräsentiert. Bisher war ich bei der Überlegung, wer denn vom Stamm auf die Kurse geschickt werden sollte, immer etwas außen vor gewesen. Früher hatte ich einfach keine der Qualitäten, die man als Gruppenführer braucht und später war ich dann irgendwie zu alt und meistens auch nicht sonderlich begeistert, wenn es darum ging Verantwortung zu übernehmen.

Doch nun war ich auf dem Weg zu den Kursen um das grüne Knotenschild, die dritte Knotenschildstufe, zu machen, ohne auch nur auf irgendeinem Kurs vorher gewesen zu sein. Eine Sache, die im Regelfall nicht unbedingt vorgesehen ist. Denn seit einiger Zeit war ich schließlich, zusammen mit Isis und Theresa, der Bundesbeauftragte für Rover. Ich hatte einfach das Gefühl, nicht hundertprozentig qualifiziert für dieses Amt zu sein ohne irgendeine Art von Ausbildung.

Schon am ersten Tag hatte ich eine wirklich wichtige Erkenntnis. Ich kann mich selbst absolut als Gruppenführer und Führungspersönlichkeit sehen! So hatte ich mich noch nie selbst gesehen, doch als Steven, unser Trainer, uns völlig eindeutig als Führungspersönlichkeit ansprach, kam ich nicht umhin mir vor Augen zu führen, dass ich gerade am Grundkurs mit der Bezeichnung „Führen“ teilnehme.

Eine Sache, die ich jetzt anmerken muss, ist übrigens das Trainergespann. Denn auch wenn ich Gefahr laufe hier rumzuschleimen, muss ich sagen, dass Muuusch (bitte immer mit drei U schreiben) und Steven einfach ein unfassbar tolles Trainerduo waren. Und das sage ich nicht nur, weil sie mir am Ende des Kurses so gut zugesprochen haben.

Inhaltlich ist das Ganze natürlich sehr breit aufgestellt und war an vielen Stellen eher schlecht als recht mit dem Zeitplan in Einklang zu bringen. Themenkomplexe waren unter anderem Konfliktbewältigung, Entwicklungspsychologie, Prävention von sexueller Gewalt, Eigen- und Fremdmotivation oder Personalführung. Besonders Spaß gemacht hat mir sowohl Erlebnispädagogik als auch Feedback und Kritik.

Das Modul Erlebnispädagogik war dann schon ein Teil des zweitägigen Spezialisierungskurses „Stufenführer“, den ich nach dem Grundkurs besucht habe. Das Tolle hier war, dass wir ein eigenes Erlebnispädagogikspiel für den Kurs der Projektplaner ausarbeiten sollten. Es wurde ein recht kompliziertes Spiel mit einer hohen Notwendigkeit für die Teilnehmer zu Kooperation und Abstimmung. Das Ziel die Rollenverteilung und Dynamik der Gruppe sichtbar zu machen hat es glaube ich ganz gut erfüllt. Die Konzentration auf die Aufgabe war so groß, dass man sich keine Gedanken mehr darüber gemacht hat, wie man sich in der Gruppe verhält. Das wurde dann in der nachfolgenden Reflexion behandelt. So etwas durchgeführt zu haben ist auf jeden Fall eine wirklich interessante Erfahrung.Das Feedback geben durften wir nämlich nach dem Motto, learning by doing, an den jüngeren Teilnehmern vom Kurs für das rote Knotenschild ausprobieren. Diese mussten sich in einem simulierten „Elterngespräch“ behaupten und wurden danach von uns feed gebackt. (Ja das ist wohl die korrekte Verwendung des Wortes Feedback hier!) In den Elterngesprächen durfte sich unser Kurs dabei schauspielerisch völlig austoben und von extremen Helikoptereltern bis zu latenten Nazis war alles erlaubt, was den Rotkurslern den Schweiß auf die Stirn trieb. Natürlich alles im Rahmen und mit dem nötigen Spaß.

Ich kann also jedem, der schon einmal darüber nachgedacht hat zu den Osterkursen zu fahren, absolut empfehlen dies auch zu tun. Natürlich machen die anderen Knotenschilder andere Dinge, jedoch kann man glaube ich in jedem Kurs wirklich viel lernen und mit nach Hause nehmen. Und wenn es nur die ToDo App ist, die ich jetzt täglich benutze. Wer an mehr Eindrücken von den Osterkursen interessiert ist kann sich gerne das Video darüber auf unserem Bundes-YouTube-Kanal anschauen.

(https://www.youtube.com/watch?v=CnpwmuFaJd8) Natürlich auch mit mir als frisch gebackener YouTube- und Multimedia-Star. ;D

Gut Pfad                                                                                                                                                      

David