Der Pfadfinderstufe, die wie alle unsere Gruppen durch die Coronamaßnahmen unter Pfadfindereientzug litt, juckte es diesen Sommer in den Fingern. Und so planten sie wild drauflos und stellten eine Tagesaktion auf die Beine, die an einem der letzten warmen Sommerwochenenden stattfinden sollte. Wir als Stammesführung wurden auch eingeladen, allerdings als Kontrahenten! Die Pfadis hatten sich nämlich überlegt nach dem Vorbild von „Schlag den Raab“ die Stammesführung herauszufordern. Das war ungewohnt, denn unser Arbeitsalltag als Stammesführung ist schon lange nicht mehr durch Wettbewerb geprägt. Doch das schreckte uns nicht ab und in uns wuchs die Vorfreude sich „den Kleinen“ gegenüber zu beweisen.

So fanden wir uns an einem sonnigen Samstagmorgen auf der Quellentalwiese ein, unwissend welche Aufgaben auf uns warteten. Was folgte war ein Tag voller Aktion und Herausforderungen und einem sehr knappen Ausgang.

Es begann an einem verregneten Donnerstagmorgen. Ich (Simon) packte die letzten Sachen für die kommende Fahrradtour ein und schwang mich auf mein Rad um wasserdicht eingepackt zu Hannes nach Steinhagen zu fahren. Dort sollte unsere viertägige Fahrradtour zur Nordsee (Emden) über den Hase-Ems-Radweg starten. Als ich bei Hannes ankam musste ich feststellen, dass meine regendichte Ausstattung doch Wasser durchlies. Aber meine gute Laune ließ mich darüber hinwegsehen und so fuhren wir ganz nach dem Pfadfindergesetz frohen Mutes durch den Regen unsere ersten Kilometer. Mit den 14 kg Gepäck jeweils waren wir deutlich langsamer als gewohnt und insbesondere die Hügel am Anfang unserer Tour zwangen uns im ersten Gang über diese zu schleichen.

Die letzten Tage sind rückblickend gesehen wie ein Traum. Anfangs war ich mir noch gar nicht so sicher, was mich alles erwarten wird und einen gefühlten Wimpernschlag später klingelt mein Wecker und ich muss wieder zur Uni los. Zusammengefasst: Das war der Hammer!

DPV Sippenaktion Don Oro - Gruppenleiter mit Kostümen

Mittwochabend treffen wir auf dem Lagerplatz “New Hameln Creek” ein und keine zwei Schritte später quatscht mich eine mir völlig fremde Pfadfinderin eines mir völlig fremden Bundes an und beredet mit mir die Parksituation. Pfadfinderfeeling: Check. Nach der Anmeldung auf dem Platz teilen sich 14 Rotmilane auf in ihre Unterlager. Auf dem Lagerplatz befinden sich um eine große Wiese herum sechs Unterlager für die angereisten Goldschürfer*innen und ein riesiger Saloon, der in den künftigen Tagen den gängigen Abendtreff darstellt. Das siebte Unterlager “Ghost City” ist den teilnehmenden Helfern vorbehalten. Davon haben wir fünf mitgebracht und nachdem wir unter Umständen ein bisschen was an Jurtenmaterial daheim liegen gelassen haben, bauen wir dennoch erstmal unsere Kothe auf. Gleich darauf helfen wir noch anderen Gruppen, ihre Zelte aufzubauen und stellen den ersten großen Unterschied zwischen uns und gefühlt dem Rest der deutschen Pfadfinderschaft fest: Kothen mit nur einer Zeltstange. Das ist bei anderen Bünden derart unüblich, dass wir häufiger Mal unseren Senf zu eben diesem Problem abgeben müssen. Gibt es heute Abend wohl noch was spannendes? Wissen wir nicht, also erstmal was zu Essen suchen. Es ist Reis mit Tomatensoße. Mir ist im ersten Moment zwar nicht klar, wer auf diese komische Idee kam, aber instantan kommen mir die grausigen Bilder des Essens der letzten DPV-Aktion in den Kopf. Es schaudert mir bei dem Gedanken und vor allem bei den ersten Löffeln des mir vorgesetzten Gerichts. Egal, denke ich mir und ziehe mir in vollem Genuss endlich zwei riesige Portionen rein. Jetzt erstmal schlafen und den Lagerplatz vollständig erst bei Sonnenlicht betrachten. Bisher habe ich das Gefühl, dass doch gar nicht mal so viele Leute hier sind.

 

Erschöpft steige ich aus dem Kanu. Im Fackellicht erkenne ich auch bei Michel ein paar Schweißtropfen auf der Stirn und seine Arme zeigen ein leichtes Zittern. Noch während der Adrenalinschub ausklingt und die Jubelrufe langsam verstummen, werfe ich einen Blick auf die Stoppuhr und beginne zu realisieren: „Wir haben versagt“!

 – 2 Wochen zuvor –

„Wo zum Teufel sollen wir ein Frettchen herbekommen?“ fragt Anna als wir gemeinsam die Gepäckliste durchgehen und die unterschiedlichsten Gepäckstücke (wie Schlittschuhe, Paddel, und Fahrradhelm) auf die Gruppenmitglieder verteilen. Uns war allen klar, dass die Roverrunde „feuerfrei“ als Veranstalter eine Verwirrungsstrategie verfolgte, doch es war uns ebenfalls bewusst, dass eben diese Runde, nur voller verrückter Ideen steckte und wenn sie wollte, auch ein Elefantenrennen durchführen würden. Nichts desto trotz entschieden wir uns nach einer kurzen Debatte, welches Kuscheltierfrettchen das süßeste sei, dagegen eines zu besorgen. Wir verteilten noch ein paar Aufgaben, sprachen einen gemeinsamen Schlachtruf ab und beendeten damit unsere Vorbereitungen.

Wir, die Biberkolonie kleine Schneeeule, hatten wieder die Gespensterjägerinnen Sarah und Caro am 24.01.2019 zu Besuch. Im vergangenen Jahr waren die beiden schon einmal auf unserem Biberlager, um uns Biber ebenfalls zu Gespensterjäger*innen auszubilden. Auf dem letzten Biberlager bekam zuerst jeder Biber ein bisschen magische Farbe ins Gesicht gemalt. Dank dieser Farbe konnten wir das Gespenst sehen. Danach wurden Zeichen vereinbart. Nach der Vereinbarung und der magischen Farbe gingen wir mit den Beiden in den Indianerwald. In dem Wald war der Gespensterschatz versteckt. „Ohne diesen Schatz kann das Gespenster nicht überleben“, erklärten Sarah und Caro. Im Wald haben wir Spuren (Gespensterschleim) gesucht. Die Biber folgten sehr ängstlich den Spuren. Plötzlich entdeckten alle das Gespenst und waren noch ängstlicher. Vorher glaubten die Biber nicht wirklich, dass es Gespenster gibt. Doch nach der Entdeckung waren sich alle sicher: Gespenster gibt es doch. :) Der Ehrgeiz, den Schatz zu finden, war größer als die Angst. Jedes Kind nahm einen Erwachsenen an die Hand, da das Gespenst öfter noch entdeckt wurde. Dann ging die Spurensuche weiter. Nach etwa 10 Minuten weiterer Suche wurde der Schatz gefunden. Mit dem Schatz verließen wir schnell den Wald. Beim Verlassen entdeckten wir nochmal das Gespenst. Daraufhin liefen wir schneller aus dem Wald. Am Pfadfinderhaus angekommen öffneten wir den Schatz. Es war ein Süßigkeitenschatz. Dieser wurde direkt geplündert. :) Außerdem verliehen Sarah und Caro jedem Biber das Gespensterjägerabzeichen.